Der Ramadan beginnt mit dem Blick zum Himmel
Am zweiten Tag unseres Ramadan-Programms haben wir gemeinsam entdeckt, warum der Mond für Muslime so wichtig ist.
Bismillahir Rahmanir Rahim
Ankommen im Morgenkreis
Schon bevor wir begannen, lag eine besondere Stimmung im Raum. Nach und nach trafen die Mamas mit ihren Kindern ein, Stimmen wurden lebendiger, kleine Schritte suchten ihren Platz. Ich spürte diese leise Aufregung – diese Mischung aus Vorfreude und Dankbarkeit, wenn sich ein Raum mit Leben füllt.
Wie immer begannen wir mit unserem Morgenkreis. Dort sprachen wir auch unser Dua des Monats für Laylat al-Qadr:
„Allahumma innaka afuwwun tuhibbul-afwa fafu anni“. Auf deutsch bedeutet es: „Oh Allah, wahrlich, Du bist der Allvergebende, Du liebst die Vergebung, so vergib mir. „
Der Mond und seine Zeichen
Dann wandte sich unser Blick dem Mond zu.
Als Grundlage diente ein kleines Heft, das ich für unser Treffen gestaltet habe: „Mein Ramadan-Mond“. Gemeinsam hießen wir den Ramadan willkommen, betrachteten die Mondmonate und die Mondphasen und sprachen darüber, wie sich der Mond im Laufe eines Monats verändert – von der feinen Sichel bis zum vollen Mond. So konnten die Kinder verstehen, warum Muslime ihre Monate nach dem Mond zählen und warum der Ramadan mit der ersten sichtbaren Mondsichel beginnt.
Ein kleines Experiment sollte dies noch einmal veranschaulichen. Es lief zwar nicht ganz wie geplant, doch gerade dabei entstand ein schöner Moment des Staunens. Ich sagte den Kindern einen einfachen Satz, der auch im Heft steht:
„Manchmal sehen wir nur ein Stück vom Mond.
Aber er ist immer ganz da.“
Im Anschluss las ich den Kindern das Dua zur Mondsichtung auf Deutsch vor und erklärte ihnen, dass Muslime diese Worte sprechen, wenn der neue Mond erscheint.
Kleine Mondbeobachter
Zum Abschluss bastelten die Kinder aus Papier kleine Fernrohre und Ferngläser. Dabei entstanden wunderschöne glitzernde kreative Ferngläser. Neugierig hielten sie sie vor die Augen – als würden sie damit schon nach der feinen Mondsichel suchen.
Danach aßen die Kinder noch gemeinsam, und wir verrichteten das Gebet.
Nach und nach leerte sich die Moschee wieder. Stimmen verstummten, Schritte entfernten sich, bis ich mit meinen eigenen Kindern zurückblieb.
Während ich den Raum wieder in Ordnung brachte, ordneten sich auch meine Gedanken. Von außen sah bald alles wieder aus wie zuvor – als hätte heute keine Reise zum Mond stattgefunden.
Und doch erzählen die kleinen Kinderherzen eine andere Geschichte.
Der Blick zum Himmel, die Suche nach der Mondsichel und das gesprochene Duʿā gehören zur Sunnah unseres Propheten ﷺ.
Vielleicht beginnt genau hier für ein Kind diese schöne Gewohnheit.


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